die 8-te Berchtesgadener Alpen (Bayern), Grünstein 1303 m

Einige Unfälle in der letzten Zeit passierten in diesem Steig. Der KS erfordert Armkraft und Technik und einen Blick für Tritte und Griffe im Fels. Wer schon am Anfang zu viel Kraft verbraucht hat es in diesem Steig sehr schwer. Auch ich war dieses Mal froh mich von Zeit zu Zeit in die Expressschlinge einhängen zu können. Vom Abstieg aus konnte ich geruhsam die Anstrengung anderer Kletterer beobachten. Eine Technik fiel mir dabei besonders auf. Ein ungleiches Paar war in der Wand. Da die Frau in der Querung vor der Klammerwand Schwierigkeiten hatte, fixierte er sie mit einem Kletterseil kletterte voraus, hängte wohl einen Umlenkkarabiner in die Drahtseilsicherung ein und ließ die Frau dann nachkommen wobei er gleichzeitig am gespannten Kletterseil wieder zurückkletterte. Dies funktionierte ganz gut. Wie es dann an der folgenden Schlüsselstelle vonstatten ging konnte ich nicht mehr beobachten. 

Es ist eben schon wichtig dass man die notwendige Kondition und den Mut für diese Hotelroute mitbringt.

die 7-te

Bilder aus dem Klettersteig

Videos aus dem Klettersteig


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die 6-te

Der Isidor ist meistens sehr stark besucht. Umso überraschender in diesen Pfingsttagen war, dass ich tatsächlich allein am Einstieg gemütlich mein Kletterset anlegen konnte und die umliegenden Berge in Ruhe genießen konnte. Da ich am Vortag den Berchtesgadener Hochthron durchstiegen hatte wollte ich dieses Mal die einfache Variante ausprobieren. Ein junges Paar kam schließlich zum Anseilplatz herauf und während sie sich fertig machten kamen schon die Nächsten. Ohne Kletterset, Sicherungskarabiner und Helm liefen sie an uns vorbei und kletterten die leichte Variante hinauf. Man mag darüber denken wie man will, ein nachahmenswertes Unterfangen ist es jedenfalls nicht. Gegen meinen ursprünglichen Plan stieg ich wieder in die schwere Variante ein um die beiden von hier aus zu beobachten. Am Einstieg waren mittlerweile schon mehrere Kletterer angekommen und als die ersten bereits in der Flanke kletterten löste einer der beiden eiligen ungesicherten Kletterer einen Steinschlag aus. Nur gut, dass niemand zu Schaden kam aber einmal mehr sieht man wie vorsichtig man in einem Klettersteig sein sollte.

Da mir noch kein Kletterer folgte konnte ich ganz entspannt dem parallel munteren Betrieb in der leichten Isidorroute zuschauen. Noch immer probierte das mit mir am Anseilplatz angekommene Paar erfolglos die ersten Einstiegsmeter der leichte Variante zu schaffen. Wahrscheinlich waren die von ihnen getragenen Turnschuhe für den KS ungeeignet! Es ist eben wie in jeder anderen Sportart auch, die richtige Ausrüstung ist insbesondere am Berg erforderlich.

Kurz vor der Hängebrücke am Ende des Klammerwandls war die Schlüsselstelle zu überwinden wo kurz der Bizeps gefordert wird. Der Rest des KS wie immer eine angenehme Kletterei wenn nicht zu viele unterwegs sind.

Die neu hinzugekommene Variante ließ ich aus, denn schon die Normalrote auf den Gipfel war mir heute anstrengend genug. Ob mir dieser neue Abschnitt "Fun" machen würde bezweifle ich sowieso, denn Krafttraining kann ich auch zuhause machen.

die 5-te

Auch dieses Jahr ist der Isidor eine ideale Tour solange in den Bergen ringsum immer noch Schnee liegt. Alle Sicherungen sind in hervorragendem Zustand.

die 4-te

Normalerweise ist der Isidor ein ideales Einstiegsklettergelände. Man hat 2 Möglichkeiten des Kletterns, eine leichte und eine schwerere Route, zusätzlich noch die neu hinzugekommene "Räuberleiter" für Bizepstrainierer. Wenn aber die Wand nass und deshalb auch rutschig ist, ist der Schwierigkeitsgrad deutlich höher. So ist es heute gerade in der Einstiegszone wo einige Stellen auf "Reibung" geklettert werden muss sehr kraftraubend für manche. Es herrscht samstagmässiger Verkehr und damit kommt es immer wieder zu Stauungen. Der Klettersteig hat für Jeden etwas. Sogar ein leichter Überhang ist vor der Seilbrücke zu bewältigen. Nach wie vor ist das Tragen eines Helmes in den Steilpassagen wichtig, weil immer wieder Steine von oben herunterkommen. Der letzte Grataufschwung bietet eine grandiose Aussicht auf das Alpenvorland und die umliegenden Berge.

Summasummarum eine tolle Tour, vorzugsweise aber unter der Woche zu gehen, damit man nicht so lange herumstehen muss.

die 3-te über die neue Räuberleiter

Der Grünstein hat jetzt schon 3 Klettersteigvarianten. Die neue Räuberleiter sieht vom Einstieg her richtig aufregend aus. Der Name ist vielleicht von "Kraftraubend" abgeleitet worden. Die Hauptschwierigkeit besteht in der abdrängenden Wand darin, sich an den unzähligen Eisenbügeln hochzuziehen. Dabei ist auch Mut gefordert, denn beim Umhängen hängt der ganze Körper nur an einer Hand. Wer den Isidor schafft, kann diese Variante auch meistern, aber nur wenn er sich auf seinen Bizeps und seine Hände verlassen kann. Es ist auf alle Fälle eine gelungene Ergänzung zu den bestehenden Steigen. Mit einer langen leichten Querung nach links verbindet sich die Route wieder mit dem Isidor Klettersteig.

Selbstüberschätzung führte heute wieder einmal dazu, dass im leichteren Klettersteig eine Frau völlig entkräftet von der Bergwacht zum Einstieg hinunter geführt werden musste! Da hilft dann auch die beste Ausrüstung nichts, wenn Kraft und Psyche nicht mehr mitmachen. Ansonsten war Sonntags gegen 10 Uhr der unvermeidliche Stau erst ab der Hängebrücke anzutreffen. Später beim Abstieg konnte ich eine große Anzahl Kletterer in der Wand auf Warteposition beobachten.

Der Blick auf den Watzmann und das Alpenpanorama machten auch dieses Mal die Tour zu einem Erlebnis.

die 1-te

Stau auf der Inntalautobahn! Diese Meldung und auch das für den Sonntag angesagte hervorragende Bergwetter veranlasst mich, noch einen Abstecher nach Berchtesgaden zu machen. Ein neuer Klettersteig soll dort gerade erst eingeweiht worden sein, mit Schwierigkeiten bis D/E. Also nichts wie hin!

Um vor dem eventuell großen Andrang am Klettersteig zu sein, habe ich mich schon früh auf den Weg gemacht. Aber ich habe die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Bereits um 8:30 Uhr stehen an den Einstiegen zum "einfachen" und "schweren" ISIDOR-Klettersteig Menschenmengen an. Das schöne Wetter hat wohl busweise die Ferrataristi angelockt. Ich reihe mich in die Warteschlange des "schwierigen Isidors" ein. So einen Zirkus habe ich tatsächlich noch nie erlebt. Der einzige Vorteil liegt in der unbegrenzt zum Fotografieren zur Verfügung stehenden Zeit. Mühsam kämpfen sich Einzelne an den perfekten Seilsicherungen hoch. Entsprechend lange ist die jeweilige Wartezeit. Die Möglichkeit des Überholens ist in dem Steig nicht gegeben. Wie sollte das auch gehen, reihen sich doch hier die Kletterer wie an einer Perlenkette ununterbrochen aneinander. Immer wieder kommen Steine und ganze Wolken von Dreck von oben herunter, sodass ich bald wie ein brauner, dreckiger Bergwerksarbeiter aussehe. Mein Pech ist, dass genau vor mir einige Anfänger den Berg abräumen! So komme ich völlig entspannt, aber reif für die Waschmaschine und Badewanne endlich am Ausstieg an. Nach dem Endanstieg zum Grünsteingipfel treffe ich dort oben auf eine Menschenansammlung, wie in einem stark besuchten Freibad an einem Sonntag. Fluchtartig verlasse ich den Gipfel und lasse mich ein schönes Stück unterhalb auf einem sonnigen ruhigen Platz zur Gipfelrast nieder.

Obwohl ich den Steig aufgrund des starken Andranges nicht besonders genießen konnte, muss ich den Erbauern meine Anerkennung aussprechen. Es ist ein absolut gelungener Klettersteig, an dem sich die Garmischer (Mauerläufersteig!!!) ein Beispiel nehmen können. Das Angebot in der Region mit "Pidinger KS" und "Berchtesgadener Hochthron KS" wird dadurch in idealer Weise abgerundet. Vielleicht komme ich ja nächstes Jahr an einem Werktag noch einmal zu diesem Klettersteig zurück. Denn wenn erst einmal ein Winter und Frühling die jetzt noch vorhandenen Steine, den Sand und Dreck herausgewaschen haben, wird dieser Steig zum großen Renner in der Region werden. Insbesondere durch seine nebeneinander liegende, leichte und schwierige Route.