26.08.2017

Schon einmal war ich bei meinem ersten Spanien-Ferrata-Urlaub in Montserrat. Die imposanten Bergformationen hatten mich damals sehr beeindruckt. Deshalb bin ich auch dieses Mal wieder hier angereist um einige KS zu besteigen. Die Schwierigkeit hier ist dass es fast keine Campingplätze gibt. Erst in Manresa fand ich einen alles andere als schönen Platz. Man muss schon gute Nerven haben wenn bis 2 Uhr Nachts laute Diskussionen neben einem stattfinden. Es ist gerade Wochenende und deshalb treffen sich wahrscheinlich die Städter aus Barcelona hier zum gemeinsamen Happening.

Zuerst will ich den Teresina angehen um mich mit den hiesigen Verhältnissen wieder vertraut zu machen. Der Zustieg ist genauso abenteuerlich wie ich ihn von meiner Begehung vor Jahren in schwacher Erinnerung habe. Wenigstens finde ich den Einstieg dieses Mal sofort auch ohne Hinweistafel.

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Eine große verrostete Kette zeigt den Beginn des KS. Ohne Schwierigkeiten komme ich schnell voran. Die Besonderheit bei dem vulkanischen Gestein sind die glatten Steine die nicht gerade griffig sind. Als ich um eine Ecke herum komme höre ich schon spanische Stimmen.

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Mit großem Palaver kämpft eine größere Gruppe in einer hier abwärts führenden Verschneidung.

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Da sie ängstlich nahe zusammen hängen ist ein Überholen hier nicht möglich. Über eine halbe Stunde muss ich warten bis sie endlich am Fuße der Verschneidung angelangt sind. Bevor sie sich hier von den Anstrengungen laut diskutierend erholt haben und weiter gehen, ziehe ich schnell an der Gruppe vorbei. Ausgerüstet sind sie wie bei einer Eiger Besteigung. Jetzt geht es erst einmal ohne Drahtseil weiter.

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Immer wieder zweigen Pfade ab und kein Steinmännchen und keine Markierung gibt die richtige Route an. Immer weiter steige ich zwischen umgestürzten Bäumen und staubigen Geröllpassagen hinauf. Ich bin nicht mehr sicher auf dem richtigen Pfad zu sein. Ich spiele mit dem Gedanken auf die letzte sichere Weggabelung abzusteigen und auf die überholte Gruppe die allerdings noch nicht in Sicht ist zu warten. Der Pfad auf dem ich mich bewege ist ausgetreten und so viele können ja auch nicht falsch gegangen sein sage ich mir. Also wurstle ich mich immer weiter nach oben.

Plötzlich sehe ich vor mir wieder in einem Kamin eine Kette hängen.

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Erleichtert schnaufe ich erst einmal durch und wische mir den staubigen Schweiß von der Stirn. So wie ich es beurteile ist es hier die Schlüsselstelle. Der enge Kamin ist nicht üppig mit künstlichen Griffen und Tritten ausgestattet. Wie wollen nur die Spanier hier herauf kommen frage ich mich. Wahrscheinlich zieht sie der ununterbrochen Ratschläge von sich gebende Führer mit dem Seil nach oben. Mir soll’s egal sein.

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Konzentriert und unter Einsatz aller Technik packe ich diesen letzten Abschnitt und klettere schließlich auf die Plattform auf dem Gipfel nachdem mir erst einer der vielen hier anwesenden Touristen einen Meter am Geländer frei machen musste.

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Nach kurzer Rast mache ich mich an den Abstieg.

Auch hier keine Spur von einem Wegweiser. Nur gut dass eine Stromleitung als Richtschnur für den Abstieg dient. Durch die Trockenheit ist der sandige Pfad rutschig und durch die Steilheit auch sehr anstrengend zu begehen.

Als ich unten ankomme ist mir die Lust auf weitere Klettersteige in Montserrat vergangen. Deshalb fahre ich morgen nach Sant Feliu de Guíxols um dort die Vía ferrata Cala del Molí zu durchsteigen.

 

Video in Arbeit