die 2-te

Punta Fiames (2240 m) Pomagagnon, Cortina d´Ampezzo, 10.08.2012

Diese Ferrata besuchte ich schon 2011, musste aber wegen einer Alpini-Militärübung abbrechen, da sich ein nicht zu überholender Stau gebildet hatte. Die Wand selbst sieht vom Fiame Tal aus gewaltig aus und lässt das Herz höher schlagen. Dieses Mal ist es ruhiger und nur wenige sind auf dem steilen Zustieg. Auch dieser Klettersteig ist westlich ausgerichtet und die Sonne kommt erst am Nachmittag richtig in die Wand. Die ersten Seillängen sind, wie sich im weiteren Verlauf des KS herausstellt, die interessantesten. Die Sicherungen sind ok, aber bis auf eine Leiter im Mittelteil der Wand gibt es keine bemerkenswerten Passagen. Viele Querungen auf schotterigen Abschnitten bestimmen die Tour. Oben auf der Punta Fiames genieße ich die gigantische Aussicht und bin etwas enttäuscht über den hinter mir liegenden Klettersteig. Klettersteigfeeling kommt nur äußerst begrenzt auf. Nur die Aussicht auf die umliegenden Gipfel der Tofanagruppe und Cortina bietet Ersatz.

Bemerkenswert ist allerdings der Abstieg, genauer gesagt das Abfahren von der Forcella Pomagagnon (2178 m). Bis weit hinunter in’s Tal kann man Knie schonend im Schotterkar abfahren. Übung und Technik verbunden mit Nervenstärke ist vonnöten, damit man nicht stürzt. Einige Stellen sind nur mit beherzten Sprüngen zu überwinden. Dafür ist man schnell wieder im Tal am Ausgangspunkt angelangt.

Bergsteigerisch war die Tour in Ordnung, Klettersteigtechnisch ist sie kein Highlight.

Bilder aus dem Klettersteig

Videos aus dem Klettersteig


felsfun.de -

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die 1-te

Die "Ferrata Sci Club 18" war eigentlich mein Ziel bei Cortina in den Dolomiten. Doch leider hatte die Bergbahn schon geschlossen und eine geeignete Zufahrtsstraße war durch die starken Regenfälle der letzten Tage für mich nicht befahrbar. Über 2000 m waren alle Berge mit Schnee bedeckt und das mitten im September. Also suchte ich mir einen passablen KS und dachte dabei an den "Strobel". Bei strahlendem Sonnenschein machte ich mich auf den Weg. Den Parkplatz am Hotel Fiame blockierten eine Menge Militärfahrzeuge und wenig später im Zustieg kommen mir 2 Kletterer entgegen. Bei einer kurzen Unterhaltung erzählen sie mir, dass etwa 100 Mann der italienischen Alpinis den KS blockieren und sie deshalb umgekehrt seien. Da ich sowieso vorhabe, am nächsten Tag den "Lipella" anzugehen, steige ich ganz langsam weiter hinauf, da ich hoffe den Stau dann nicht mehr anzutreffen. Immer wieder versuche ich beim Blick nach oben die aufsteigende Truppe auszumachen, kann jedoch keinen Mann erkennen und auch nicht den leisesten Mucks von den Alpinis hören. Ganz langsam beginne ich hinter drei auch herauf gekommenen Kletterern nachzusteigen. Die Aussicht ist wieder einmal atemberaubend und das Klettern macht richtig Spaß! Als ich jedoch um eine Ecke herum gehe, laufe ich unvermittelt auf die letzten Soldaten auf. Einige zivile Kletterer stehen bereits an. Ich beobachte eine Weile die Soldaten, die sich mit schweren Rucksäcken mühsam nach oben kämpfen und muss erkennen, daß es in der hier noch schattigen Wand einfach zu lange dauern wird, bis ich in gewohnter Weise überholen könnte. So kehre ich nach einigem Zögern wieder um und klettere zum Einstieg wieder hinunter. Es ist ja auch eine gute Übung, den Rückzug im KS zu meistern, was eindeutig in diesem Fall schwieriger als der Aufstieg ist.

Den Rest des Tages geniesse ich die Dolomitenlandschaft und probiere schon einmal die Fahrt zur Dibona Hütte hinauf aus. Auch hier hat der Regen der vegangenen Woche der schmalen Straße arg zugesetzt. Da ich aber mit einem Motorroller unterwegs bin, komme ich gut bis zur Hütte hinauf. Eine tolle Kulisse bildet hier die schneebedeckte Tofana di Rozes. Ich hoffe, daß die Sonne bis morgen den Schnee weitgehendst abtaut.