die 2-te, Italien, Belluno (Venetien) / Friaul, Tofanen, Col Rosa 2166 m


Vor 6 Jahren war ich schon einmal auf diesem Klettersteig. Er ist zwar nichts besonderes, aber dafür liegt der Ausgangspunkt direkt am Olympia Campingplatz wo ich mein Wohnmobil abgestellt habe. Eigentlich wollte ich in die Civetta fahren, doch das Wetter macht mir einen Strich durch die Rechnung. Auch heute ist der Himmel bedeckt und nur weil ich den leichten KS bereits kenne, habe ich mich auf den Weg gemacht. Zwei Bergsteiger überholen mich auf dem Zustieg, am Einstieg treffen wir uns wieder. Wie erwartet ist es kein Highlight dem Steig zu folgen, aber immer noch besser als im Tal herumzusitzen und auf die Sonne zu warten. Statt meiner Kletterhandschuhe hätte ich wärmere Handschuhe gebraucht, denn schon nach kurzer Zeit habe ich eiskalte Hände. Ringsum auf den Gipfeln liegt bereits Schnee und die nur in kurzen Abständen durchbrechende Sonne kann den Fels nicht erwärmen. Nachdem mich die beiden vor mir kletternden Bergsteiger überholen ließen, kann ich mein Tempo steigern und es wird mir endlich wieder wärmer. Am Gipfel des Col Rosa schafft es die Sonne schließlich doch durch die Wolken durchzubrechen und der weitere Abstieg wird angenehm warm. Kurz vor dem Ende des Abstieges geht es in ausgesetzten Zickzack-Kehren ungesichert über eine steile Geröllflanke zur Forststraße hinunter. Einmal mehr denke ich wieder daran, dass der Abstieg oft gefährlicher ist als der Klettersteig.

Bilder aus dem Klettersteig

Videos aus dem Klettersteig


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die 1-te
Eigentlich wäre heute eine Tour zu den Klettersteigen der Tofanen auf dem Programm gestanden. Aber das Wetter spielt nicht mit und die Gipfel ringsum sind schneebedeckt. Da die Ferratas in Höhen über 3000 m führen, ist das Risiko bei einem Schlechtwettereinbruch durch den Schnee zu stapfen und sich die Hände abzufrieren, für mich zu groß. Daher gehe ich ersatzweise auf den "Ettore Bovero Klettersteig", dessen höchster Punkt der Col Rosa mit 2166 m ist.

Der Zustieg durch den Bergwald auf einem teilweise mit Holzgeländer begrenzten Weg (lach, lach), zieht sich in die Länge. Nach dem Abzweig nach rechts am Passo Posporcora geht es durch die Latschen steil aufwärts. Ich frage mich schon, ob ich auf dem rechten Weg bin, als ich endlich an einem breiten Felsband die Hinweistafel zum Klettersteig finde. Nachdem es noch einmal um eine Ecke herum geht, beginnt der versicherte Klettersteig. Ein amerikanisches Kletterpaar kämpft sich bereits im relativ einfachen Steig nach oben. Sie werden wohl bei dieser Geschwindigkeit den ganzen Tag in dieser Tour unterwegs sein. Ein anders Paar klettert noch vor mir, was dann für die Bildersammlung einige gute Schnappschüsse bringt. Die Kletterei an der markanten südseitigen Kante des Col Rosa macht Spaß, denn der Fels ist dolomitenmässig schön griffig und trocken. Problemlos erreiche ich den Gipfel und nach einem grandiosen Rundumblick, verlasse ich den Col Rosa mit seinem windschiefen, zusammengemurxten Gipfelkreuzfragment und steige über den Normalweg ab. An alten Stellungen aus dem 1. Weltkrieg führt der Weg vorbei. Kurz vor Erreichen der Forststraße im Tal geht es noch einen sehr steilen Bergrücken hinunter, auf dem der Weg mit Baumstämmen im Zick Zack befestigt ist. Auf dem Rückweg zum Auto fängt es schließlich noch zu regnen an, was aber meinen Spaß an der schönen Tour nicht schmälern kann.