die 6-te, Mori - Gardaseeberge Juni 2017

Auf der Heimreise von Frankreich mache ich Station in Mori. Es gibt dort einen absolut idealen Campingplatz sogar mit einem kleinen Pool N45.85280° E10.93856° klein aber fein. Das brauche ich auch denn die letzte Nacht war der Horror. Direkt neben dem Campingplatz befand sich eine große Pizzeria in der bis 3 Uhr früh der Teufel los war. Der Campingplatz war abgesperrt so dass ich auch nicht flüchten konnte. Also auch mir als altem Camper passiert noch so etwas!

Diesmal habe ich mir die Zufahrt zur Chiesa Di Montalbano herausgesucht. Der Abzweig in Mori befindet sich auf N45.85447° E10.98210°. Mit dem Bike fahre ich bis zur Kirche hinauf was den schweißtreibenden Anstieg erleichtert. Auf dem großen Rastplatz der sogar mit Toilette und auch mit Trinkwasser ausgestattet ist deponiere ich mein Bike und los geht’s.

albano1

Der Mori oder auch Albano wie er genannt wird besticht hauptsächlich durch seine Ausgesetztheit. Nachdem er vor einigen Jahren völlig neu ausgestattet und teilweise auch trassiert wurde hat er viel von seiner Schwierigkeit verloren. Sogar am Einstieg wurde eine massive Klammer angebracht über die man sich in den KS hineinziehen kann. Was immer noch stellenweise unangenehm ist, sind die blanken und rutschigen Felstritte. Mir hat es jedenfalls wieder den richtigen „felsfun“ gebracht.

Der Abstieg der zunächst der rot/weißen Markierung folgend auf das Hochplateau führt zweigt dort ab und läuft von dort im schattigen Wald zum Ausgangspunkt zurück.

 

die 5-te, Mori - Gardaseeberge September 2016

Nachdem ich gerne in Mori einen ruhigen Campingplatz inmitten von Apfelplantagen ansteuere ist natürlich auch der Monte Albano wieder dran. Kurz vor dem Einstieg erlebe ich einen Hubschraubereinsatz wobei jemand der durch einen Steinschlag verletzt wurde mit der Seilwinde abtransportiert wurde. Es kann wirklich jeden Kletterer erwischen insbesondere jene die ohne Helm unterwegs sind. Aber auch ein Steinschlag der außer dem Kopf den Körper trifft kann zu schweren Verletzungen führen. In viel besuchten Klettersteigen sind oft Laien unterwegs die durch unreine Gangart steine lostreten. Erst kürzlich im Isidor/Hotel KS kam mir in der Schlüsselstelle Geröll entgegen. Der Hubschrauber verursachte einen kleinen Orkan und nur mit Mühe konnten alle Wartenden ihre Utensilien festhalten.

Der Mori ist mittlerweile bis auf den Einstieg eine reine Klammerkletterei. Dadurch hat er seine früheren Schwierigkeiten verloren. Trotzdem sind viele ausgesetzte Stellen zu passieren und eine Menge Armkraft ist erforderlich.

Bilder aus dem Klettersteig

Video aus dem Klettersteig


felsfun.de -

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die 4-te Oktober 2015

Seit Tagen regnet es im Norden Italiens. Trotz starker Bewölkung nutze ich die manchmal hervorbrechenden Sonnenstrahlen um mich auf den Weg zum Mori Klettersteig zu machen. Während des Zustieges scheint tatsächlich die Sonne. Am Einstieg aber ist sie wieder hinter dicken Wolkendecken verschwunden. Die am Einstieg zu erkennenden Drahtseile scheinen neu zu sein. Da ich in Erinnerung habe dass die ersten Meter ohne Sicherung nicht einfach waren, probiere ich es zunächst ohne Rucksack aus. Durch eine große Eisenklammer die hier eingesetzt wurde, ist die Schwierigkeit aber deutlich entschärft worden und bereitet mir kein Problem. Hin und Her überlege ich ob ich einsteigen soll. Als die Sonne sich wieder blicken lässt, gehe ich den Steig an. Der KS hat sich im Vergleich zu meiner letzten Besteigung deutlich verändert. Unzählige Eisenklammern wurden eingesetzt wodurch eigentlich nur noch der Bizeps für das Emporkommen entscheidend ist. Manche überhängenden Passagen erfordern zusätzlich mentale Stärke. Insgesamt hat der KS deutlich an seiner früheren Schwierigkeit verloren. Die Anlage erinnert mich jetzt stark an französische Verhältnisse wo auch der Felskontakt weitgehend durch Eisenkrampen ausgeschaltet wurde. Trotz aller Kritik ist es auf alle Fälle eine schöne Tour mit vielen ausgesetzten Stellen und tollen Tiefblicken.

Der früher zum Abstieg vorhandene Klettersteig wurde gesperrt und so steige ich über den Normalweg in weitem Bogen wieder nach Mori hinunter.

albano

die 3-te

Camping in einer Obstplantage erwartete mich in Mori. Allein stehe ich auf dem neu angelegten Platz und hatte mir gestern mal so richtig was in die Pfanne gehaut. Normalerweise ist das Essenkochen on tour für mich ja nicht so wichtig! Als Wohlstandsbürger hat man sowieso genügend Fett auf den Rippen um durchaus ein paar Tage mit einer schmaleren Kost auszukommen, doch dann muß man wieder mal richtig klotzen. So fahre ich gestärkt zum Marktplatz von Mori, parke dort mein Auto direkt am Beginn des Zustiegs in Ortsmitte. Die "Via Attrezzata Monte Albano / Ottorino Marangoni" ist einer der ersten Sportklettersteige in den Alpen und soll "sehr anspruchsvoll" sein.

Am Einstieg in einem Wäldchen, turnen schon einige Kletterer herum. Da die ersten Meter kein Drahtseil und keine Kletterhilfe vorhanden ist, wird hier schon die Spreu vom Weizen getrennt. Dann geht es über abgeschmierte Griffe und Tritte nach oben. Die Aussicht auf Mori und die umliegenden Täler und Berge ist sehenswert. Das Vorbeiziehen an langsameren Ferrataristis ist an vielen Stellen problemlos möglich, was bei dem stark frequentierten Steig angenehm ist. Einige Stellen erfordern Kraft, aber das Hauptproblem dieses KS sind die abgewetzten Griffe und Tritte. Nach den in den letzten Tagen absolvierten Ferratas bereitet mir der KS keine Probleme und gemütlich erreiche ich die Aussichtsplattform am Ende des KS. Ein kurzer Rundumblick und schon bin ich wieder am Absteigen über den leichten KS "Rientro attrezzato".

Auf dem großen Rastplatz unterhalb der Monte Albano Wand trockne ich meine durchgeschwitzten t-shirts und versuche die Ferrataroute noch einmal virtuell durchzusteigen. Alles in allem war es eine nette Tour, die zur Entspannung richtig geeignet war. Gegen Mittag fahre ich wieder in die Dolomiten in Richtung   Civettagruppe. Den Costantini KS möchte ich zum Schluß noch zu gerne durchklettern. Die Fahrt verläuft zunächst bei strahlendem Sonnenschein und ich folge blind meinem eingebauten Navisystem in Richtung Agordo. Um 17 Uhr komme ich auf der Paßhöhe des Passo Duran an, dem Ausgangspunkt für den Costantini. Allerdings sind die ganzen umliegenden Gipfel in Wolken gehüllt. Da die Maximalhöhe der Tour bei ca. 2900 m liegt und mit 9,5 Stunden vorausichtlicher Gehzeit sehr lange ist, beschließe ich die Wetterentwicklung im Tale erst einmal abzuwarten. Im weiteren Verlauf der Fahrt wird es dann in den Bergen immer düsterer und schließlich lande ich wieder in der Nacht auf meinem nun schon bekannten Platz in Plan de Gralba.

Der Regen am nächsten Morgen gibt mir in meiner Entscheidung recht und so kehre ich nach einer super Tourenwoche wieder nach München zurück.

 

die 2-te

Angekommen in Mori finde ich auf dem Campingplatz noch keinen anderen Camper! Weil der Colodri am Vormittag gerade mal als Aperitif zu werten war, parke ich meinen Bus im Zentrum von Mori und steige zum Monte Albano KS auf.

Der "Albano" ist genauso rutschig wie letztes Jahr. Am Einstieg grüble ich zwar etwas, wie ich denn am Besten über den ersten Felsblock ohne Drahtseilhilfe komme, aber nach einem beherzten schwungvollen Griff zum ersten sichtbaren Eisenstift mit anschließendem Bizepseinsatz kann ich mit dem KS beginnen. Die Ferrata bereitet mir wieder einen riesigen Spaß. Die Aussicht ins Tal in den oft senkrechten Passagen ist beeindruckend und luftige Quergänge bringen den Kreislauf in Schwung. Anders als im letzten Jahr treffe ich in der gesamten Tour keinen einzigen Menschen und erst im Abstieg kommt mir auf dem leichten KS ein Bergler in voller "Kampfausrüstung" entgegen. Er will sich wohl von dieser Flanke aus einen Einblick in die Albano-Ferrata verschaffen.

Tief zufrieden mit mir und meiner Kniesituation komme ich wieder in Mori an und hoffe, daß das schöne Wetter so bleibt. Morgen werde ich zur Abwechslung mit dem Bike nach Malcesine fahren, mit der Seilbahn auf den Monte Baldo schweben um dann über den Altissimo nach Mori zu biken.

 

die 1-te
Der Gardaseetrip geht dem Ende entgegen. Noch einmal will ich meine müden Knochen vor der Heimreise testen! Zu verlockend liegt der Monte Albano am Wege in der Morgensonne. Am heutigen Sonntag hat sich eine große Italienergruppe am Rastplatz bei der Wallfahrtskirche unter dem Einstieg eingefunden. Ich mache mich auf großen Andrang im KS gefasst. Am Einstieg angekommen, schaue ich beim Anlegen des Klettergürtels einigen "Sportlern" bei ihren Aufstiegsbemühungen zu. Die meisten sind hier nur mit leichter Bekleidung, sowie Turnschuhen unterwegs. Als ich mich gerade auch zum ersten Kraftakt am Einstieg aufmache, ertönt von oben ein Aufschrei und schon saust eine volle 1 1/2 Liter Plastik-Wasserflasche an meinem Kopf vorbei. Neben mir schlägt sie am Boden auf und zerfetzt in tausend Stücke. Auf diese Dusche war ich nicht gefaßt. Man merkt eben, daß hier "Stopsler" auf dem Wege sind, die sich nur mit roher Kraft und unter Einsatz von Ellenbogen und Knien nach oben schwindeln. Schnell bin ich zu dieser Gruppe aufgestiegen und schon vor dem ersten Quergang drücke ich mich an den schnaufenden Kletterern vorbei. So kann ich ohne Behinderung den ganzen KS durchsteigen.

Oben angekommen freue ich mich wieder einmal, daß ich auch dieses Jahr wieder meinem Hobby so unbeschwert frönen kann.


Wie schön, daß es die Berge gibt!