die 2-te

(Österreich, Gutensteiner Alpen bei Wien,Hohe Wand 892 m)

 
Auch der HTL-Klettersteig ist im Frühjahr einer der wenigen schneefreien KS, leider von München aus nur mit langer Anreise zu erreichen. Am Ausgangspunkt der Tour befindet sich eine Drachenf,lug- und Paragliderschule, weshalb der Parkplatz gut besucht ist.
 
Wie bei meiner ersten Tour 2007, stehe ich auf dem großen Parkplatz unter der "Hohen Wand" vor der großen Übersichtstafel und versuche mich zu orientieren. Bis auf einige kleine Klettersteig-Icons finde ich in der Karte jedoch wieder keinen Hinweis auf den HTL-KS. Da ich aber den Zustieg kenne, marschiere ich auf dem größten ausgetretenen Pfad über die Wiese in Richtung Einstieg hinauf. Dort befindet sich die Klettersteig-Hinweistafel.

Die ersten Meter bis zum Drahtseil-Beginn sind speckig abgetreten und gerade als ich das Drahtseil zu fassen bekomme, rutsche ich ab und reisse mir am kantigen Fels den rechten Unterarm auf. Obwohl mir das Blut am Ellenbogen hinabläuft, hänge ich mich in das Drahtseil ein, denn herunterklettern bei den rutschigen Felsen wäre wohl schwieriger gewesen. Irgendwie muß ich in mich hineinlachen, denn ein Teil des Klettersteiges hat den bezeichnenden Namen "Blutspur". Beim Weiterklettern gebe ich dem Namen alle Ehre! Der meist abdrängende Routenverlauf mit nur wenigen Tritthilfen verlangt vollen Krafteinsatz. Problematisch ist die Drahtseilfixierung. Ständig bleiben die Karabiner des Klettersets an den Drahtseil-Befestigungen hängen. Meistens befindet man sich dann gerade in einer heiklen Stelle und muß wieder zurück um die Karabiner frei zu bekommen. Nur wenn ich die Karabiner nach dem Umhängen mit der Hand mitnehme, stelle ich sicher, daß sie nicht hängen bleiben. Ich bin froh, meine Bandschlinge ab und zu einhängen zu können, um beim Umhängen etwas entspannen zu können. Gut ist auch, daß ich noch alleine im KS bin, denn zum Überholen gibt es hier nur wenige problemlose Stellen. Wie bei meiner ersten Besteigung ist es auch dieses Mal, je weiter ich hinauf steige, desto freier werde ich und finde die Tour zunehmend super. Unter dem "Sky-Walk" (einer Aussichtsplattform) lege ich schließlich die letzten Drahtseillängen ganz relaxed zurück und finde auch Zeit, die gewaltige Aussicht zu genießen.

Die Schramme im Unterarm hat sich mittlerweile selbst geschlossen und so trete ich den Abstieg über die "Völlerin" hinab zum Parkplatz in aller Ruhe an. Ohne Sicherung muß der untere Teil frei abgeklettert werden, was wieder volle Konzentration erfordert. Wieder am nun vollen Parkplatz angekommen, schaue ich noch einmal hinauf zu KS und sehe eine ganze Kolonne im KS. Nur gut, daß ich schon durch bin, denn nur sehr langsam kommen die Kletterer voran. Nach einem tiefen Zug aus der Wasserflasche, starte ich zum nächsten Unternehmen, dem Wildenauer Klettersteig der ganz in der Nähe liegt.

Bilder aus dem Klettersteig

die 1-te
Nach einer langen Pause wegen eines Aufenthaltes in Kambodscha, bin ich endlich wieder "ON TOUR" in den Bergen. Mein Ziel sind diesmal Klettersteige in Niederösterreich die durchweg zu den extremen Klettersteigtouren gehören.

Am Ausgangspunkt meiner ersten Tour stehe ich auf einem großen Parkplatz unter der "Hohen Wand" vor einer großen Übersichtstafel und versuche mich zu orientieren. Bis auf einige kleine Klettersteig-Icons finde ich in der Karte jedoch keinen Hinweis auf den HTL-KS. Obwohl die Einheimischen mit Schildern aller Art nicht gerade sparsam umgehen, (insbesondere wenn es um Verbotsschilder geht!) ist auch keine Hinweistafel angebracht. So marschiere ich auf Verdacht auf dem größten ausgetretenen Pfad in Richtung Wand hinauf. Ich habe Glück und finde den Einstieg im ersten Anlauf links von der Fall-Linie zum markanten "Sky-Walk".

Kurz nach dem Einstieg geht es gleich richtig zur Sache! Sollte ich mich dieses Mal überschätzt haben? Fast 2 Monate ohne Training nach dem Aufenthalt im feuchtheißen Kambodscha machen sich auf unangenehme Art bemerkbar. Ich nehme alle meine Konzentration zusammen und schiebe mich über die Schlüsselstelle nach oben. Je weiter ich aber hinauf steige, desto freier werde ich und schon finde ich zu meinem alten Kletterspaß zurück. Die letzten Meter zum Ausstieg genieße ich und auf dem "Sky-Walk" angelangt, überlege ich mir schon, welche Tour ich als nächstes ansteuern werde.

Der Abstieg über die "Völlerin" hinab ist wieder einmal gefährlicher, als der Klettersteig. Auf von Wurzeln übersäten, rutschigen Pfaden geht es steil und ohne Sicherung hinunter. Der untere Teil muß frei abgeklettert werden. Insgesamt ist aber ein heißes Unternehmen.