Großer Koppenkarstein 2865 m, Scheichenspitze2664 m

Vom Morgennebel im Ramsauer Tal ist auf der Bergstation Hunerkogel in 2687 m Höhe nichts mehr zu sehen. Den Ramsauer Klettersteig will ich mir heute vornehmen und ich suche nach einem entsprechenden Wegweiser. Nachdem ich mich auf der vereisten Piste zur Schlepplifttalstation hinunter gearbeitet habe, frage ich einen Pistenraupenfahrer nach dem Zustieg zum Rosmariestollen. Freundlich erklärt er mir den Zustieg und ich ziehe los. Kurz vor dem Abzweig zur langen Leiter sehe ich neue Markierungen in den Felsen oberhalb von mir und kann der Versuchung diesen zu folgen nicht widerstehen. So befinde ich mich plötzlich auf dem Westgratsteig des Großen Koppenkarsteins. Ist ja egal denke ich mir, denn den Ramsauer KS kann ich ja auch ein anderes Mal gehen. Bei strahlendem Sonnenschein gehe ich über den Grat, über eine kleine Seilbrücke dem Großen Koppenkarstein Gipfel entgegen. Dort angekommen kann ich den gesamten Ramsauer KS betrachten.

DSC01026Ich schleiche um die Sendestation am Gipfel herum, denn ich vermute daß der bis hier her so super angelegte Steig in der gleichen Richtung über die andere Seite des Berges wieder hinab führen wird. Da ich auf dem etwas vereisten Gipfel keine Spuren in dieser Richtung entdecke und auch keinen entsprechenden Kletterführer habe, gehe ich auf dem Aufstiegsweg wieder zum Schladminger Gletscher zurück.

Bilder aus dem Klettersteig

Nach diesem schönen Intermezzo will ich zumindest den Zustieg zum Ramsauer KS noch erkunden und erreiche nach kurzer Querung die Leiter zum Rosmariestollen, der mich auf die andere Seite unterhalb des Koppenkarwestgrates bringt. Hier erfahre ich von zwei Einheimischen, daß ich sehr wohl über den Großen Koppenkarstein durch den "IRG-KS" hätte absteigen können. Schade, daß ich diesen KS nicht fand. Weiter gehe ich an Seilsicherungen hinab in einen kleinen Sattel (Hinteres Türl, 2622m). Hier führt die Markierung nach links hinunter zu den Resten des Edelgries-Gletschers und verliert sich über der schmalen Randkluft an die sich ein Schneefeld anschließt. Der Übergang vom Fels zum Schneefeld ist schwierig, zumal ich den einfachsten Übergang erst beim späteren Rückweg finde. Auch die weitere Querung des Gletschers zur Edelgrieshöhe ist nicht ungefährlich. Unter den losen Steinen kommt das blanke Eis zum Vorschein. Wie sicher ist dagegen doch der schwierigste drahtseilgesicherte Klettersteig!!! Der weitere Weg rechts am Grat entlang, danach auf deutlichen Steigspuren zum Einsteig des Ramsauer KS ist ein Kinderspiel.

Da ich noch gut in der Zeit liege, gehe ich den Ramsauer KS an. Auch hier ist die Aussicht grandios. Von der Scheichenspitze steige ich über den Nordgrat zum Normalweg ab und gehe zurück zur Hunerkogel-Bergstation.

Zurück auf dem Parkplatz lasse ich noch einmal bei einer ausgiebigen Rast die gewaltige Dachstein-Bergkette auf mich einwirken. Müde und zufrieden trete ich dann die Heimreise an.