Hochkönig über Königsjodler-Klettersteig und Abstieg durch's Birgkar

Der Hochkönig ist für mich ein bekannter Berg. Fast 3000 m hoch war er sowohl im Winter als auch im Sommer schon mehrfach mein Tourenziel. Der Witz ist, daß eine Hütte, das Matras Haus, direkt am Gipfel steht.

Am frühen Morgen bin ich schon auf dem Weg zur Erich Hütte und als ich dort ankomme, sind obwohl es ein Wochentag ist, schon eine Menge Leute auf den Wegen unterwegs. Meine Hoffnung, daß die meisten ja wahrscheinlich "nur" auf Wanderwegen gehen werden, stellt sich leider als Irrtum heraus. Am Einstieg zum Hochkönigsjodler KS herrscht Jahrmarktstimmung. Zirka 15 Klettersteigler wursteln sich in den ersten Kletterstellen hoch. Ich kann also in aller Ruhe meinen Klettergürtel anlegen, damit sich der Stau vor mir etwas auflöst. Dann steige auch ich bei strahlendem Sonnenschein ein. Es ist eine super Kletterei die wirklich Spaß macht. Abwechslungsreich geht es kleine Wandstufen, Risse und Grate hoch. Das Überholen macht auch keine Schwierigkeiten und ich komme sehr schnell voran. Man ist als Einzelgänger eben schneller als die Gruppen, die ja fast immer auf ihr schwächstes Mitglied Rücksicht nehmen müssen. Am Ende des KS könnte man gleich nach rechts durch das Birgkar wieder absteigen. Da ich aber früh dran bin und konditionell auch noch kein Problem habe, gehe ich noch bis zum Hochköniggipfel hoch. Die Aussicht ist super und nachdem ich einmal das Matrashaus umrundet habe, steige ich gleich wieder ab.

Der Einstieg zum Abstieg durch das Birgkar ist unangenehm, da eine kleine Altschneestelle ungesichert zu überqueren ist. Auch der weitere ungesicherte, aber markierte Pfad ist wieder einmal extrem gefährlich. Ein falscher Schritt und es geht ohne Halten über das abschüssige Birgkar dem Tal entgegen. In der Mitte des Abstiegs befinden sich einige Eisenklammern, die man sich bei der allgemeinen Ausgesetztheit des ganzen Pfades auch noch hätte schenken können. Als ich endlich am Wandfuß des Birgkars ankomme, bin ich froh, diese Passagen heil überstanden zu haben. Wieder einmal zeigte sich, daß der Abstieg im Vergleich zum gesicherten KS wesentlich gefährlicher ist. Ich kannte das Birgkar von früheren Anstiegen schon, wobei ich dabei kein Problem sah, im Abstieg jedoch sieht die Sache ganz anders aus!

Müd und matt erreiche ich am späten Nachmittag mein Auto und genieße die anschließende Heimfahrt über die Queralpenstraße.