(Pfaffenstein 1865 m - Hochschwabgruppe)


Ohne Klettersteigbeschreibung komme ich in dem kleinen Steiermärker Städtchen Eisenerz an. In der Touristeninformation bekomme ich eine hervorragende Beschreibung des im Frühjahr 2006 offiziell eröffneten Klettersteiges ausgehändigt. Ich fahre noch bis zum Ausgangspunkt der Tour an einem kleinen Parkplatz und lege mich für den Rest des Tages erst einmal zur Entspannung nach dem Bert Rinesch KS an den Leopoldsteiner See. Man höre und staune - alles ist kostenlos und hervorragend gepflegt!
eisenerzer

Der neue Tag beginnt mit wolkenlosem Himmel und als ich um 7 Uhr auf dem schon fast vollen kleinen Parkplatz ankomme. Am Wochenende ist hier sicher der Teufel los! Entsprechend der Wegmarkierung gehe ich auf dem super markierten Markussteig hinauf zum Einstieg. Dort angekommen, kämpft bereits ein Paar mit ihren Klettergürteln. Während ich erst einmal eine Pause einlege, kommt die Partnerin des Kletterers zu mir und bittet mich, ihr das Anlegen des Klettergürtels zu zeigen. Nachdem endlich das Geschirr sitzt, kommt auch schon ihr Partner heran und . . eilig . . eilig los geht es die ersten Meter am Drahtseil hinauf. Die Frau muß schon die ersten Meter Kraft einsetzen, denn von Technik weiß sie natürlich auch nichts. Da sie auch vergißt, sich in das Drahtseil mit ihren Sicherungskarabinern einzuhängen, rufe ich ihr zu, daß das wohl Sinn und Zweck dieser Karabiner sei. Dann folgt sie schnaufend ihrem Partner und entschwindet um die erste Ecke.

Es ist ja kaum zu glauben, mit welcher Naivität manche an einen Klettersteig der gehobenen Klasse, in diesem Fall mit C bis D in der Skala von A bis E bewertet, herangehen. Ich würde zumindest vorher an einem leichteren Steig die Anwendung meiner Ausrüstung testen. Aber die Gefahren im Alpinen Gelände sind diesen Leuten völlig fremd. Aber was soll's, man muss das eben rein sportlich sehen.

Da ich noch die Anstrengung des Bert Rinesch KS in den Knochen spüre, gehe ich die Tour gemütlich an, zumal heute wieder einmal ein herrlicher Sommertag ist. Eine weitere Bergsteigerin ist mittlerweile am Einstieg angekommen und schließlich steige auch ich in die Wand ein. Der KS ist hervorragend angelegt und alle Umhängestellen am Drahtseil haben bequeme Tritte sodaß man ohne großen Kraftaufwand steigen kann. Problemlos erreiche ich den Gipfel und steige nach kurzer Rast über den versicherten Südwandsteig wieder zum Auto ab.

Der Eisenerzer Klettersteig war die Reise wert. Zustieg, Klettersteig und Abstieg sind in einwandfreiem Zustand, sodaß der Spaßfaktor top ist.