die 2-te (Große Ochsenwand 2700 m, Stubaier Alpen)

Immer noch liegt Ende September von der letzten Schlechtwetterperiode Schnee über 2000 m. Trotzdem bin ich zuversichtlich, da der KS südseitig ausgerichtet ist. Nur der Abstieg könnte vielleicht Schneepassagen haben. Dieses Mal fahre ich mit der Kreuzjochbahn bis zur Bergstation und gehe dann von dort aus zum Einstieg hinüber. Dieser Zustieg ist günstiger als der Aufstieg von der Mittelstation. Locker komme ich so am Einstieg an.
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Zwei Kletterer sind schon da und so habe ich für meine Filmerei zwei Darsteller. Der versicherte Steig wartet mit keinen besonderen Schwierigkeiten auf. Die Bewertung mit C/D ist realistisch. Allerdings sind insbesondere in Gipfelnähe ungesicherte Kletterstellen im 1. Grad zu meistern. Das Schrofengelände ist trocken und gut zu gehen. Bei Nässe möchte ich aber nicht hier herum kraxeln. Die Aussicht ist atemberaubend und in der Wand ist es durchgehend heiß. Wir sind gut im Zeitraster und genießen die Gipfelrast. Ein Einheimischer kommt auch herauf und berichtet stolz, er habe gerade mal 1 Stunde und 4 Minuten gebraucht! So hat eben jeder seine Zielsetzungen. Die in Führern veranschlagten 7 - 8 Std. für die Gesamttour sind auf alle Fälle für den Normalkletterer eine realistische Zeit. So kann man bei zügigem Gehen die Bahn bei der Mittelstation Froneben vor 17 Uhr erreichen.

Bilder aus dem Klettersteig

Video aus dem Klettersteig


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Der Abstieg geht zunächst im steilen Schrofengelände zum Abstiegsklettersteig hinunter. Erfreulicher Weise ist kein Schnee mehr vorhanden. Am gut gesicherten Drahtseil geht es hinunter. Hier ist Technik erforderlich, denn nur wenn man dem Drahtseil vertraut und sich voll in die Wand stemmt, geht es gut hinunter. Für Ängstliche und Anfänger ist die Tour jedenfalls ungeeignet. Gute Kondition und Technik ist unerlässlich. Über Schneereste in der Alpenclubscharte beginne ich den langen aussichtsreichen Abstieg. Anders als vor 5 Jahren stürze ich mich heute nicht in das steile in’s Tal hinab führende Schuttkar, sondern bleibe brav auf dem markierten Abstiegspfad. Zu gefährlich erscheinen mir heute die ersten Zustiegsmeter. Erst weiter unten fahre ich dann ab und überwinde so schnell einen beachtlichen Höhenunterschied. Der Abstieg auf der Forststraße ab der Schlicker Alm zieht sich in die Länge, hier merkt man dass man schon eine lange Tour hinter sich hat. Es gibt auch einen Waldweg, wie ich kurz vor der Bergbahn sehe, den hatte ich aber nicht gesehen.

 

Glücklich und zufrieden fahre ich mit der Bahn schließlich in’s Tal hinunter. Eine anstrengende Tour liegt hinter mir.

die 1-te

Der Schlicker KS der auf die große Ochsenwand, einen Gipfel inmitten der Kalkkögel führt, ist bei meinem Aufenthalt im Stubaital die wohl anspruchsvollste Tour. Nicht wegen ihrer Schwierigkeit, sondern wegen ihrer Länge. Ich folge den einschlägigen Beschreibungen und fahre mit der Kreuzjochbahn zur Mittelstation Froneben. Dort starte ich meinen Aufstieg. Daß es wesentlich besser gewesen wäre, mit der 2. Sektion zur Bergstation Kreuzjoch zu fahren und von dort abzusteigen, wird mir erst am nächsten Tag klar, nachdem ich die Tour hinter mir habe und bei meinem Ruhetag vom Kreuzjoch aus die Lage im nachhinein beurteile.

So jogge ich also bei 30 ° im Schatten zuerst zur Schlicker Alm und von dort weiter zum Einstieg hinauf. Der KS führt gut gesichert den ersten Aufschwung der Großen Ochsenwand hinauf. Kurz vor dem Ausstieg ins erste Schrofengelände überhole ich ein Paar aus Rosenheim und fotografiere eifrig ihren Aufstieg. Im weiteren Verlauf des Klettersteiges sind wir etwa gleich schnell unterwegs, sodaß wir gemeinsam den Gipfel erreichen. Nach einigen weiteren Gipfelfotos gebe ich den beiden meine Webadresse damit sie hier ihre Bilder sehen können. - Aber leider liebe Rosenheimer hat mir meine neue Kamera einen bösen Streich gespielt! Bei der ersten exponierten Aufnahme von euch habe ich ein sehr leicht verstellbares Rädchen verdreht und alle folgenden Aufnahmen sind total überbelichtet. Erst weit unten im Abstieg am späten Nachmittag bemerkte ich den Fehler. Also bitte nicht böse sein - was zu retten war könnt ihr ja sehen!

Ja der Fluch der Technik ist bei neuen Geräten allgegenwärtig. Hinzu kommt, daß man beim Fotografieren im ausgesetzten Kletterbereich einfach noch eine dritte Hand bräuchte um nicht aus Versehen noch irgend etwas die Wand hinabsegeln zu lassen.

Der Abstieg von der Großen Ochsenwand war dann auch noch mit Kletterausrüstung zu absolvieren und erst in der Alpenclubscharte schäle ich mich aus dem Klettergürtel. Den weiteren Abstieg fahre ich in einem steilen Kar ab und lasse den Rauch aufsteigen. Wie sich später herausstellt, war der Zeitgewinn dadurch absolut notwendig, denn ich erreiche die Bergstation gerade noch 15 Minuten vor ihrer letzten Talfahrt. Man muß also bei dieser Tour wirklich die erste fahrende Gondel nach oben nehmen, nur kurze Pausen einlegen und stramm marschieren!

Insgesamt war es wieder einmal eine super super Tour.