die 4-te
Martinswand 1025 m, Innsbruck, Karwendel

Die Martinswand ist immer wieder als Trainingsklettersteig ideal. Der kurze Zustieg, die Südausrichtung und die Möglichkeit den KS bei der Grotte bei Schwächeerscheinungen oder Wetterwechsel verlassen zu können, sind wichtige Kriterien.

Ich hatte mir dieses Mal vorgenommen, den KS wenn immer möglich, unter Einsatz meiner Expreßschlinge, kraftsparend zu durchsteigen. So kam ich dann tatsächlich völlig locker ganz oben am Ende des Klettersteiges an. Es war für mich der Beweis, daß auch die schwierigsten Kletterstellen mit der richtigen Technik problemlos überwunden werden können. Es kommt nur darauf an, rechtzeitig sein Kletterset zu klarieren bzw. umzuhängen und schwierige Stellen konzentriert und schnell zu überklettern. Dabei leistet die etwas kürzere Expreßschlinge gute Dienste. Hat man diese erst einmal eingehängt, kann man in aller Ruhe seine Klettersetkarabiner umhängen, dabei entspannt durchatmen und die nächsten Klettermeter checken.

Natürlich werden jüngere Klettersteig-Puristen darüber lachen, aber für mich steht eben "felsfun" mit der dazu gehörigen Sicherheit an oberster Stelle. Wenn man schon mit Drahtseilen versicherte Klettersteige benutzt, kommt es auf dieses Hilfsmittel auch nicht mehr an! Ansonsten würde ich mich auf anderen Kletterrouten bewegen. Die Martinswand hat wieder einmal mehr ihren Zweck als Trainingswand voll erfüllt.

Der Abstieg auf dem neu angelegten Steig oberhalb des riesigen Steinbruches ist nochmal schweißtreibend, weshalb wohl Einheimische oft über den KS abklettern. An Wochentagen ist das kein Problem. Am Wochenende mag es dagegen sehr stressig sein!

Bilder aus dem Klettersteig

Video aus dem Klettersteig


felsfun.de -

 

die 3-te
Nachdem ich gestern im Ötztal zwei kurze Klettersteige gegangen bin und die dort in der Nähe liegenden Klettersteige wegen der Schneelage noch nicht sicher gegangen werden können, bin ich nach Innsbruck gefahren. Die Martinswand kann man ja fast das ganze Jahr über gehen und in der Südwand macht das Klettern immer Spaß. So auch an diesem Tag. Der Andrang im Steig läßt im Teil 2 nach der Grotte schlagartig ab. Es hat sich scheinbar herumgesprochen, daß es hier richtig zur Sache geht.

Wenn ich die Bewertung bei "klettersteig.de" betrachte, dann hat der gestern gemachte "Reinhard Schiestl KS" die Schwierigkeit 5 und der Kaiser Max die Schwierigkeit 5,5. Dabei liegen WELTEN zwischen diesen beiden Klettersteigen. Allerdings findet man bei genauer Betrachtung der Website unter "Anforderung" wieder die richtige Bewertung. Armkraft, Technik und Mut sind hier mit "extrem" absolut zutreffend beschrieben. Hier zeigt sich wieder einmal die Problematik der Bewertungen!

Ich war jedenfalls froh, daß ich mir eine Expreßschlinge mitgenommen hatte, denn nach der Hälfte des Teil 2 hatte ich schon "lange Arme". Der letzte Aufschwung vor Erreichen des Wandbuches wurde scheinbar 2006 durch eine zusätzliche Trittklammer entschärft, fordert aber immer noch beherztes Zupacken. Der Rest des Klettersteiges ist dann nur noch Routine.

die 2-te

Auf der Heimfahrt nach München kann ich der Martinswand nicht widerstehen! Deshalb parke ich am Wandfuß und steige zum Einstieg durch den Wald auf.

Den Teil 1 bis zur Grotte erledige ich ohne Probleme, doch am Ende des 2. Teils kurz vor dem Wandbuch, merke ich doch, daß ich die letzten Tage einige Touren gemacht habe. Am letzten Bauch komme ich nur mit "Trick 17" über die trittlose Stelle und beschließe, es für dieses Mal gut sein zu lassen. Bei meinem ersten Durchstieg vor einigen Monaten kam ich frisch ausgeruht hier an und kann mich an keine Probleme beim Klettern erinnern. So ist das eben mit den Schwierigkeitsgraden, alles hängt entscheidend von der jeweiligen Kondition ab. Das hinter mir barfuß nachkletternde Mädchen hatte schon aufgegeben, ist halt doch ein Unterschied, ob man im Klettergarten oder in einer steilen, ausgesetzten Wand klettert!

Ich genieße die tolle Aussicht und nach einer ausgiebigen Rast schenke ich mir den 3. Teil des KS, da ich vom letzten Mal noch eine nicht locker zu erklimmende Seillänge in Erinnerung habe.

die 1-te

Der Klettersteigvirus hat mich gepackt! So muß ich also unbedingt den Kaiser-Max-KS bei Innsbruck gehen. Es soll ja einer der schwierigsten sein und deshalb will ich heute auch diese Hürde nehmen.

Schon früh finde ich mich am Einstieg neben dem gewaltigen Steinbruch ein. Obwohl heute ein Werktag ist, sind schon einige Kletterer hier um diese Wand zu durchsteigen. Schnell bin ich am Einstieg und los gehts. Schon die ersten Meter sind anspruchsvoll doch sauberer Fels und die strahlende Sonne geben mir frischen Mut. Kurz nach mir steigt schon ein weiterer Kletterer ein der es unheimlich eilig hat. Ich sage dem Österreicher daß ich nicht gerne seinen Kopf zwischen meinen Beinen haben möchte und lasse ihn schnellstmöglich vorbei. Es ist eben hier für manche eine reine Trainingsstrecke und entsprechend ist auch deren Verhalten. Bis zur Grotte geht es verhältnismäßig gut voran, aber der zweite Teil des KS hat es in sich. Ähnlich wie im Seewand KS muß ich mich immer wieder in meinen Klettergurt setzen um auszurasten. Beim Umhängen der Karabiner ist besonders viel Krafteinsatz notwendig. Da der KS aber kurz ist, bleibt mein Gesamtkonditionseinsatz im erträglichen Rahmen. Die Seewand war jedenfalls wesentlich anstrengender für mich und es zeigt sich mir einmal mehr, wie schwierig die Bewertung der Klettersteige insgesamt ist. Die Vergleiche müssen zwangsläufig subjektiv sein und können wirklich nur als Anhaltspunkt für die Tourenplanung dienen. Trotzdem gibt es mir zunehmend mehr Sicherheit in diesem Hobby, diese nach der Bewertung extrem schwierigen KS ohne Probleme hinter mich gebracht zu haben.

Der Abstieg über den oberen Rand des Steinbruches dauert länger als ich gedacht habe. Treppauf, treppab geht es, bis man endlich auf der Straße ankommt. Als Trainingstour an Wochentagen hat dieser KS seine Berechtigung.