die 2-te

Was macht man, wenn man im Zillertal ist und alle Bergipfel in Wolken sind? Die Nasenwand ist ein anspruchsvolles Ziel. 2009 war ich schon eimal hier und auch dieses Jahr machte ich den unteren Teil bis zum Notausstieg. Heute will ich auch den oberen mit E bewerteten Teil noch eimal machen. Wie erwartet, war der KS bis zum Notausstieg kein Problem für mich. Mit Überraschung stelle ich fest, dass man eine neue alternative leichtere Umgehungsroute gebaut hatte. Wie ich später hörte, wurde sie gerade letzte Woche fertiggestellt. Trotzdem lasse ich mich von meiner E-Dirretissima nicht abbringen und kletterte auf der alten Route weiter. Leider musste ich merken, dass mein Trainingszustand nicht Spitze war! Die Schlüsselstelle forderte meinen ultimativen Einsatz. Nur mit meiner Expressschlinge konnte ich meine Durchhänger ausgleichen. Die Nasenwand fordert den vollen Krafteinsatz mit ausgeprägter Technik. Es ist nicht nur die echte E-Schlüsselstelle, sondern auch die anschliessend weiteren schwierigen Stellen die bis zum Ausstieg zu meistern sind, die die Kräfte enorm beanspruchen. Am Ende des KS bin ich wieder einmal tief zufrieden und nehme mir vor, wieder etwas mehr den Bizeps zu trainieren!
Durch die neue zusätzliche parallel verlaufende leichtere Route im Teil 2 gewinnt der Klettersteig sicher in Zukunft gewaltig an Zuspruch.
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Bilder aus dem Klettersteig

Videos aus dem Klettersteig


felsfun.de -

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die 2-te

Um den Tag abzurunden fahren wir zum Nasenwand KS. Der Himmel hat sich eingetrübt und daher begnügen wir uns mit dem unteren Teil des Klettersteiges. Zum Training ist die Route auf jeden Fall geeignet, denn die D-Stellen des unteren Abschnittes bis zum Notausstieg haben es in sich. Schon die erste sehr steile abdrängende Verschneidung erfordert Technik und Kraft. Der weiter oben zu meisternde steile Pfeiler ist auch nicht ohne. Da aber die Eisentritte mächtig vorhanden sind, kommt man sicher nach oben. Auf dem Band vor dem oberen schweren Teil leitet eine Hinweistafel zum Notabstieg. Am bestens versicherten Steig kommt man problemlos wieder zum Ausgangspunkt in Ginzling zurück.

Zweckmässiger Weise sollte man diesen Steig am besten ausgeruht gehen, denn der Krafteinsatz ist nicht zu verachten!

die 1-te

Immer noch liegt im Mai eine Menge Schnee in den Bergen und so ist die Auswahl der Klettersteige nicht gerade groß. Ein neuer KS im Zillertal soll jetzt zu den besten Steiganlagen in Österreich gehören, schreibt eine namhafte Bergsteigerzeitschrift. Da sie sich in Talnähe befindet, bin ich heute auf dem Weg zu ihr. Obwohl ich schon viele Klettersteige durchklettert habe, ist es immer wieder ein eigenartiges Gefühl, wenn man durch die Beschreibung weiß, daß Schwierigkeiten im oberen Bereich zu erwarten sind. Ein flaues Gefühl in der Magengegend und feuchte Hände beschleichen mich bei der Anfahrt kurz vor dem Ziel.

In Ginzling ist der Zugang zum KS nicht zu übersehen. Große Tafeln weisen auf den neuen KS hin. Entsprechend ist auch der Zulauf wie bei einer Touristenattraktion. 

Der übersichtliche Einstieg befindet sich nur wenige Minuten vom Parkplatz entfernt im lichten Hochwald. An einer steilen Wand geht es auf riesigen Trittstufen perfekt gesichert empor. Die sehr erdige Route führt hinauf zum Birkenwald, den man nach Überwindung einer steilen Verschneidung erreicht. Weiter geht es durch den lichten Wald einfach zur Bunkerwand, einem ausgesetzten Pfeiler. Dann über die Floitentritte durch gestuftes Gelände hinauf zur Nasenwand.

Bis hierher war es für mich eine einfache Kletterei, ohne besondere Schwierigkeiten. Immer mit besten Tritten ausgestattet um bequem sein Kletterset umhängen zu können. Fast schon entspannt quere ich zu einem breiten Standplatz hinüber, wo eine große Hinweistafel den Beginn des 2. Teils mit extremem Schwierigkeitsgrad ankündigt. Statt dem Wandbuch befindet sich nur ein Zettel in dem schönen Behälter, so neu ist hier die Anlage. Ein Drahtseil führt nach unten, wobei ein Hinweis auf einen Notausstieg fehlt. Das wird aber auch nicht notwendig sein, denn spätestens hier werden sicherlich einige fast von selbst den Weg nach unten beschreiten, denn der Blick nach oben, lässt einige Schwierigkeiten erwarten. Nach einigen steilen, abdrängenden Stellen folgt die Schlüsselstelle des KS am Indianerkopf. Es ist eine überhängende Querung, die noch extremer als der "Bergführer Quergang" in der  "Leogang Süd" ist. Nach tiefem Durchatmen und auch unter Einsatz meiner Expreßschlinge, bringe ich die Stelle hinter mich und folge einer steilen Verschneidung, die schließlich zu 2 einfach zu querenden Seilbrücken führt. Kurz vor dem Ausstieg passiere ich noch eine abdrängende Querung und dann bin ich oben.

Zum Abstieg folge ich einem nach rechts in den Bergwald führenden Pfad. Einige abschüssige Stellen sind auch hier noch drahtseilversichert. Später komme ich auf den Wanderweg der zum Dristner führt und wandere gemütlich zum Parkplatz hinunter.

Resümee: Kraftsparendes Klettern im Teil 1 bringt eine gute Chance, den Teil 2 im obersten Viertel noch mit Genuß zu bezwingen.

Mir reicht es für heute noch nicht, denn nach dieser Tour fahre ich locker zum Zimmerebner und Huterlaner KS hinaus, die nach dieser Tour fast ein Spaziergang sind.