Berner Oberland, Gadmerflue 2598 m

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Am Sustenpass befindet sich mein nächstes Ziel. Bei Gadmen habe ich auf einem kleinen Campingplatz einen Stellplatz gefunden.

Die Luftseilbahn hoch zur Tällihütte ist zur Selbstbedienung mit einem Kassenautomaten ausgestattet. Es lebe die Personaleinsparung!taelli2

Unter der imposanten Gadmerflueh gehe ich zum Einstieg hoch. Ein kleines Schneefeld ist zu queren wobei zur Sicherheit ein lockeres Seil gespannt ist. Ein „Bergführer“ gibt seinen beiden Begleitern lautstarke Anweisungen für die sichere Überquerung des Schneefeldes. Auch sonst sind schon viele Bergsteiger im KS. Anfangs geht es über Schrofengelände hinauf und erst an der Wand beginnt die eigentliche Kletterei. Wie schon gewohnt, ist der Steig mit vielen Klammern und Leitern perfekt gesichert. Die Sonne hat sich hinter den Wolken versteckt. Vorsorglich ziehe ich in der Mitte des KS meinen Anorak an. Ohne Rast strebe ich möglichst schnell dem Ausstieg zu, denn ein Gewitter im KS wäre ein Albtraum. Erst zum Ende des KS kommt es an den zahlreichen Leitern zum Stau. Geduld ist angesagt, denn manche brauchen endlos lange und überholen ist auch nicht möglich. Am Gipfel herrscht lebhafter Betrieb und am Himmel hängen schwere Wolken. Trotzdem ist die Aussicht grandios.

Video aus dem Klettersteig


felsfun.de -

 

Nach einer kurzen Rast beginne ich den Abstieg. Die Markierungen sind recht sparsam. Zunächst geht es über Schotter und Schnee flach auf der Nordseite hinunter, dann wird es steil und steiler. Wenn es hier nass werden sollte, möchte ich nicht unterwegs sein. Ein Ausrutscher und man hat eine Menge Höhenmeter im Sturzflug abgebaut. Immer wieder rutsche ich über die Schneefelder hinunter, was zwar knieschonend ist, doch leider auch nasse Füße beschert. Dann folgt eine endlos lange Querung an deren Ende ein massiver Aufstieg zum „Sätteli“ alle Kraftreserven abruft. Endlich geht es ab hier wieder hinunter zum langen Endspurt zur Tällihütte. Dort greife ich mir die Selbstbedienungs-Gondel und gleite in aller Ruhe wieder ins Tal hinunter.

Es war eine eindrucksvolle Tour die jedoch wegen des langen Abstieges mit einem Gegenanstieg sehr kraftraubend war.