Via Farinetta Wallis, Tête du Betson, 1766 m

Ein Regentag hat meine Aktivitäten unterbrochen, aber heute scheint wieder die Sonne. Der Klettersteig ist in der Salentseschlucht gebaut, in der Nähe von Saillon und besteht aus 3 Teilen. Der letzte Teil ist zeitweise gesperrt, wie mir später ein Bergführer erzählt, da zu oft hier Kletterer wegen Kraftmangels aus der Wand geborgen werden mussten.

Bilder aus dem Klettersteig

Teil 1 Zunächst geht es einfach auf einem erdigen Band aufwärts bis zu einer Seilbrücke. Immer begleitet vom Rauschen des Wasserfalles. Kurz darauf folgt die nächste Seilbrücke. Nach einem glatten Pfeiler mit Klammern geht es neben einem Wasserfall hinauf in leichteres Gelände. Über erdige Felsen erreiche ich das Ende von Teil 1 bei einer Wasserleitung.

Videos aus dem Klettersteig


felsfun.de -

 

Teil 2 Eine ausgesetzte Wand quere ich bis zu einem Stolleneingang. Im Stollen geht es neben der rauschenden Wasserleitung, dann auf einer Galerie bis wieder die vertikale Wand mit einer Leiter eröffnet wird. Über mir führt eine Rampe unter einen überhängenden Fels. Nach mehreren Bizepsübungen sehe ich über mir die Friedenstaube von Hans Henri.

Teil 3 In meinem Kletterführer wurde der Teil 3 noch nicht erwähnt, aber nachdem mir bisher die gesamte Route keine Probleme gebracht hatte, stieg ich einfach ein. Ich habe ja nun schon viele Klettersteige durchstiegen sodass ich normalerweise auch mit E-Stellen zurecht komme! Aber was mich in diesem Teil erwartete war die reinste Kraftmeierei. Es schaute von unten harmlos aus, aber das permanent überhängende Wandstück verlangte einige Male den Einsatz meiner Express-Schlinge zum Ausrasten. Immer wieder bis zum Ausstieg waren gerade die Umhängestellen äußerst exponiert. Für den letzten Überhang vor dem Ausstieg musste ich wirklich noch einmal alle Kraft und allen Mut zusammen nehmen, dann war ich endlich oben.

Auf der riesigen das Tal überspannenden Hängebrücke beobachte ich noch eine Weile das Geschehen in der Wand, dann wandere ich durch die Weinberge wieder zurück zum Parkplatz.

Es war eine sehr schöne, aber auch anspruchsvolle Tour, allerdings der 3. Teil hatte es in sich!