Wieder einmal habe ich mich in der Zeit wo in unseren heimischen Bergen das Klettern noch nicht so ohne weiteres möglich ist für einen Urlaub in Spanien auf den Weg gemacht. Mit dem Flugzeug nach Malaga und von dort mit einem Leihwagen will ich mich zu den Klettersteigen in Andalusien begeben. Alle Wetterseiten sagten für die nächsten Wochen um die 20° C voraus sodaß ich mit sommerlichen Temperaturen rechnete. Bei meiner Ankunft in Malaga hagelte es dann auf dem Weg zu meinem ersten Hotel. Das konnte ja heiter werden!

Eine erste Adresse war Zuheros wo ich wieder einmal die ersten Erfahrungen mit spanischen Beschreibungen machen sollte. Die Koordinaten für den dort befindlichen Klettersteig (KS) hatte ich wie alle folgenden Touren aus dem Internet gesammelt. Die meisten Ferratas sind nicht lange und die hier war mit 1:30 h angegeben. Im Zielgebiet angekommen war weit und breit kein Hinweis auf den KS zu entdecken. So versuchte ich mein Glück auf einem Pfad der zur nahen Wand führte. Nach mehreren Versuchen und Anstiegen gab ich schließlich auf und fuhr entnervt zu meinem Hotel zurück und versuchte auf dem Rückweg bei den Cuevas de San Marcos mein Glück. Die Via ferrata de la falla del Camorro wollte ich besuchen. Auch hier erwartete mich die gleiche Situation. Aufgrund meiner Aufzeichnungen fand ich den Parkplatz zum KS sehr schnell. Nachdem ich zuerst einem falschen Pfad bis zu einer Grotte gefolgt war kehrte ich zum Ausgangspunkt zurück und probierte einen entgegengesetzten Weg der zu einer Aussichtsplattform führte. Hier stand doch tatsächlich ein neues Schild auf dem der KS beschrieben war. Daher folgte ich jetzt dem einzigen weiter führenden Pfad um zum Einstieg zu gelangen. Lange zog sich der Pfad unter der Felswand dahin um schließlich in breiten Eisentreppen durch die Wand zu führen. Frustriert folgte ich dem Pfad dann bis zum Gipfel in der Hoffnung wenigstens dort den Ausstieg des KS zu finden. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht und nach langem Suchen stieg ich wieder ab. Dabei verlor ich den nicht markierten Pfad aus den Augen und konnte auch hier wieder erst nach langer Spurensuche den Abstieg finden. Wenn man auf der Sucherei die Ruhe verliert kann man sich ordentlich im unwegsamen Gelände verirren. Wieder an der Aussichtsplattform angekommen ging ich langsam auf dem breiten Weg zum Auto hinunter und plötzlich entdeckte ich ein Steinmännchen 37° 15.389' -4° 24.412' das einen fast nicht sichtbaren Pfad markierte.Noch einmal an diesem Tag versuchte ich mein Glück und fand schließlich den lang gesuchten Einstieg37° 15.344' -4° 24.319' der sich weitab der KS-Hinweistafel befand. Schnell legte ich mein Kletterset an um wenigstens ein paar Meter Klettersteig-Feeling an diesem ansonsten nicht gerade erfreulichen Tag zu gewinnen. Die Sicherungen erinnerten mich an französische Verhältnisse. Viele dünne Klammern die fast keinen Felskontakt erfordern und ein dünnes Sicherungsdrahtseil mit kurzen Befestigungsabständen. Schon bei den ersten 50 Metern war ein Überhang zu meistern der Technik und Kraft erforderte. Zufrieden den KS doch noch gefunden zu haben kletterte ich das kurze Stück wieder zurück und beschloss die Tour am nächsten Tag durchzuziehen.

Am nächsten Tag war es endlich so weit – der Ferrataurlaub konnte beginnen. Auf dem Zustieg kam mir ein Paar mit angelegten Klettergürteln entgegen. Es war ein deutsches Paar die allerdings den Überhang am Einstieg nicht geschafft hatten und deshalb wieder umkehrten. Es ist eben doch etwas Erfahrung, Kraft und mentale Stärke für eine Spanische Ferrata notwendig. Ich stieg ohne besondere Anstrengung durch den KS. Zufrieden mit mir legte ich am Ausstieg mein Kletterset ab und wollte auf dem „Normalweg“ absteigen. Auch hier überraschte mich wieder die spanische Mentalität. Zwei Steinmännchen machten mir zunächst Hoffnung für eine Orientierung. Schnell stellte sich wieder heraus dass zwar viele Spuren einen Pfad kennzeichnen konnten aber genau so gut von den Ziegen- und Schafherden welche die Berge durchzogen stammen konnten. Da sowieso außer mir keine Menschenseele weit und breit zu sehen war entschloss ich mich für den Abstieg durch den KS. Wenigstens kann man sich dabei nicht verirren. Ohne Probleme kam ich wieder am Einstieg an und wanderte zurück zu Auto.

Bilder aus dem Klettersteig

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Video aus dem Klettersteig


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