Via Ferrata de la Cascade - Mai 2018
Via Ferrata de la Cascade - Mai 2018
 

Bei Embrun campiere ich bei Le Petit Liou Campsite N44.54585° E6.49290° um auch hier einige KS zu besuchen. Der Platz ist empfehlenswert aber der freundliche Platzwart erklärt mir dass wegen eines großen Lawinenabgangs die Zugänge nicht passierbar wären.

Da ich aber schon einmal hier bin fahre ich am nächsten Tag doch hinauf in das Schigebiet Les Orres. In einer großen Kehre N44.48469° E6.55016° parke ich mein Fahrzeug und mache mein Bike fahrbereit. Auf einer Forststraße geht es bergan bis ich bei dem Lawinenfuß ankomme N44.47255° E6.54766°. Riesige Schneeberge türmen sich hier auf und die Lawine hat alles auf ihrem Weg befindliche mitgerissen. Einige Hinweise auf Ferratas führen alle in’s Nirwana und so suche ich nachdem ich die gletscherähnlichen Schneeberge hinter mir gelassen haben nach einem Einstieg unterhalb der Felswände ohne Erfolg.

Zurück bei meinem Bike hacke ich diesen Tag schon einmal ab und fahre zurück in Richtung WoMo. An einer Weggabelung halte ich noch einmal an um mir die dort befindlichen Grasunterstände näher anzusehen N44.47736° E6.54925°.

Plötzlich entdecke ich einen verwitterten Wegweiser mit der Aufschrift „Ferrata difficil“ der auf einen zum rauschenden Fluss hinab führenden Pfad verweist. Da die Sonne scheint und es erst 3 Uhr ist lasse ich mein Bike stehen und folge diesem Pfad zum Fluss hinunter. Nach einer Flussüberquerung auf einem baufälligen Steg verfolge ich die Pfadspuren in Richtung „Ferrata difficil“ wobei auch ein Wegweiser auf eine „Ferrata fascil“ zu sehen ist.

Kurz darauf beginnt ohne weitere Beschilderung ein Drahtseil das den Beginn des KS anzeigt N44.47560° E6.54541°. Im KS bin ich entgegen der normalen französischen Klettersteig-Beschaffenheit anfangs nur ohne Griff- und Tritthilfen unterwegs. Erst weiter oben sind Klammern in den schwierigsten Stellen angebracht. Die Schwierigkeit ist deutlich bei D+ angesiedelt. Kraftraubend arbeite ich mich immer weiter nach oben. Die Sonne hat sich verabschiedet und schwere Wolken ziehen über mir dahin. Hoffentlich gibt es kein Gewitter denn hier in diesem unbekannten KS wäre dies ein großes Problem. Mein Adrenalinspiegel steigt verbunden auch mit Angst wie der weitere Verlauf des Klettersteiges wohl aussehen wird. Ich weiß ja nicht einmal in welchem KS ich tatsächlich genau unterwegs bin. Die Beschreibungen aus dem Internet vorwiegend in französischer Sprache waren auch nicht gerade umfassend.

Ich bin schon fast am oberen Ende der Felswand angelangt, als sich der Steig nach links in einen glatt und überhängenden Wandbereich wendet. Viele Klammern sind zwar dort zu erkennen doch meine „felsfun“ ist auf dem Nullpunkt angelangt. Erfreulicher Weise ist genau an diesem Abzweig ein Notausstieg markiert (denke ich jedenfalls). Mein Streben ist nur noch möglichst schnell sicheres Terrain zu erreichen. Für einen Notausstieg sind auch hier die Schwierigkeiten nicht kleiner geworden. Froh bin ich als ich endlich das Ende des Drahtseiles erreiche ohne den geringsten Hinweis für einen Abstieg von hier aus zu finden.

Das sind dann immer die Augenblicke wo man sich wünscht doch unten geblieben zu sein. Ich folge einer schwach erkennbaren Spur die durch den Wald führt in der Hoffnung dass diese auch nach unten führen wird. Nach einiger Zeit wird die Spur zu einem schmalen Pfad der zum oberen Felswandrand hinunter führt. Vorsichtig schleiche ich mich immer weiter hinunter immer noch im Ungewissen wo dieser Pfad wohl enden wird. Ich habe Glück denn der Pfad wird zunehmend deutlicher und führt entlang des oberen Felswandrandes in abenteuerlicher Ausgesetztheit immer weiter dem Tal entgegen. Zum Schluss stehe ich wieder am Rande der heute schon einmal begangenen Lawine und komme über diese sicher wieder auf der verschütteten Forstrasse an.

Erleichtert und zufrieden kehre ich mit dem Bike wieder zum Auto zurück und beschließe für’s Erste als nächstes Ziel einen schon einmal besuchten KS anzusteuern denn dann kann ich wieder entspannt meinem Hobby frönen.

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