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Am Ende meiner Tour durch die Schweiz bin ich noch in Engelberg gelandet. Irgendeine Bewertung aus neuerer Zeit hatte ich gelesen in der der Steig sehr negativ beschrieben wurde. Also gehe ich die Tour mit gemischten Gefühlen an.

Vom Campingplatz Eienwäldli N46.80991° E8.42272° fahre ich mit dem Bike zur Fürenalp-Bergbahn die kurze Strecke hinauf. Das Tal liegt voll im Schatten doch um 11 Uhr lichtet sich die Bewölkung und die Sonne kommt durch die Wolken.

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Der Zustieg durch den Wald ist gut beschildert und so erreiche ich problemlos den Einstieg N46.79878° E8.46230°.

Es ist ein Sonntag und dementsprechend herrscht großer Andrang. Viele Kletterer sind schon in der beeindruckenden Wand die mit 600 m ein langes Klettersteigvergnügen verspricht.

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Die Sicherungen sind einwandfrei wenngleich die Eisengriffe und -tritte gewöhnungsbedürftig sind. Meine anfänglichen Bedenken lösen sich mit zunehmender Höhe auf. Es zeigt sich eben wie unterschiedlich manche einen Klettersteig bewerten. Die Bewertung des Steiges mit D ist in Ordnung und deshalb ist die Route für Anfänger ungeeignet. Schwindelfreiheit, Mut und Armkraft ist erforderlich.

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Nach dem großen Grasband nach der an Drahtseilen befestigten Bank hole ich die vor mir gestiegenen Kletterer ein und muss erst einmal warten bis eine nasse Wand frei wird und ich diese schnell passieren kann.

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Dann aber stehe ich im Stau. Ein Kletterer holt einen Gaskocher aus seinem Rucksack und bereitet im Klettersteig Kaffee.

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Mit Blick auf die 30 m lange schwankende und leicht überhängende Strickleiter in der sich alle mehr oder weniger zügig hochkämpfen müssen setze ich mich zu den wartenden Kletterern. Es ist schon interessant dass ich trotz vieler begangenen Klettersteige immer wieder auf neue „Highlights“ treffe.

 

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Der Adrenalinspiegel erreicht bei mir seinen Höchststand als ich am Fuß der Leiter beobachte wie der in der Leiter befindliche Kletterer schwankend den Ausstieg erreicht.

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Dann steige ich in das Ungetüm ein und hänge zwei Mal meine Express Rastschlinge ein um in Ruhe umhängen zu können. Die kurzen Verschnaufpausen erleichtern mir das Bezwingen der Strickleiter wobei natürlich auch dabei Kraft von Vorteil ist. Der Rest des Steiges lässt meinen Blutdruck wieder sinken und zufrieden mit mir lege ich die restlichen Meter bis zum Ende der Drahtseilsicherung zurück.

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Auf einem ausgetretenen Pfad erreiche ich die Bergstation der Fürenalp-Bergbahn und fahre mit einer der zwei Gondeln die die Bahn ausmachen ins Tal hinunter.

 

Eine unvergessliche Tour umrundet von schneebedeckten Gipfeln habe ich heute geschafft.

Video aus dem Klettersteig


Oktober 2019
Oktober 2019